BUB-Autor der Ursprungsveröffentlichung: Günter Sehlhoff, Dipl.-Betriebswirt, Dipl.-Ing.
überarbeiteter Stand: Oktober 2026
Die Unternehmensleitung ist in erster Linie auf marktorientiertes Handeln angewiesen. Denn der Markt bildet den Ausgangspunkt für jede betriebliche und unternehmerische Erfolgsaktivität. Marktorientiertes Handeln kann jedoch nicht ohne die Berücksichtigung sozialer Komponenten erfolgreich sein. Bereits Ludwig Erhard hat hierzu deutliche Aussagen getroffen.
Sind es tatsächlich neue Erkenntnisse von Politikern, wenn heute der Mindestlohn und die Beteiligung von Mitarbeitern am Unternehmen thematisiert werden? Können solche öffentlichen Überlegungen und Veröffentlichungen dazu beitragen, die Motivation und Teamfähigkeit der Beschäftigten sowie deren Zusammenarbeit mit den Unternehmensleitern zu stärken?
Die volkswirtschaftliche Entwicklungsgeschichte zeigt deutlich, dass marktorientiertes Handeln und die daraus gewonnenen Erkenntnisse sowohl der Wirtschaft als auch den einzelnen Unternehmen im Wettbewerb zugutekommen. In diesem Zusammenhang kann der „Wettbewerbssport“ als Beispiel für leistungsorientiertes Handeln durch Wettbewerb dienen. In beiden Bereichen ist der Leistungserfolg messbar und erreichbar.
Von grundlegender Bedeutung ist jedoch, dass sowohl die Wettkämpfer einer Sportmannschaft als auch die Mitarbeiter eines Unternehmens ihr Bewusstsein als Teil einer Mannschaft entwickeln können: Teamwork. Dies ist eine wichtige Grundregel für alle Führungs- und Dispositionskräfte ebenso wie für alle Mitarbeiter eines Unternehmens. Die konsequente Beachtung dieser Regel ist Ausdruck sozialen Handelns. Sie bildet einen wesentlichen Bestandteil der Ethik im Unternehmen: des sittlichen Wollens und Handelns der Menschen. Damit rücken die Menschen, die innerhalb des Unternehmens den Erfolg schaffen, stärker in das gemeinsame Bewusstsein. Denn letztlich sind die Existenzgrundlagen der Führungskräfte und Mitarbeiter vom Erfolg des jeweiligen Unternehmens im Wettbewerb abhängig.
Die Ethik im Unternehmen darf daher niemals losgelöst von den Zielen des Unternehmens betrachtet werden. Sie setzt vielmehr eine ausreichende Führungs-, Informations- und Vertrauensfähigkeit voraus. Die Unternehmensziele müssen für alle Beteiligten transparent und verständlich sein, damit sie zu einem gemeinsamen Bewusstsein und Handeln führen können.
Das Ziel jeder betrieblichen Wirtschaftsinstitution ist grundsätzlich zweidimensional (siehe Bilder 1 und 2, „Zielgrundlagen“ und „Zielpyramide“):
- das qualitative Ziel
- das strukturelle bzw. quantitative Ziel

Bild 1: Zielgrundlagen

Bild 2: Zielpyramide
Will ein Unternehmen einen besseren Nutzen für den Markt und im Wettbewerb erbringen, müssen die Anforderungen des Marktes und dessen Rahmenbedingungen kontinuierlich analysiert werden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse und Zielsetzungen sind allen Führungskräften und Mitarbeitern zu vermitteln. Die Zielsetzung betrifft dabei auch umfassend die Gestaltung der Organisation. Ständig stellt sich die Frage, ob die bestehende Organisationsstruktur tatsächlich geeignet ist, die dauerhafte Existenzsicherung des Unternehmens zu gewährleisten.
Ellinger und Wildemann haben hierzu Überlegungen zur Reorganisation und deren Folgewirkungen bis hin zu möglichen Zukunftswirkungen aufgezeigt (Bild 3).

Bild 3: Reorganisation und Folgewirkungen
Damit ist eine synergetische Zusammenarbeit aller Beteiligten gefordert. Eine solche Zusammenarbeit bedeutet mehr Offenheit, mehr Vertrauen, mehr Freude an der gemeinsamen Arbeit und letztlich mehr Lebensqualität. Teamwork, marktorientiertes Handeln und unternehmerische Ethik gehören somit untrennbar zusammen. Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Menschen ihre individuellen Fähigkeiten in den gemeinsamen Unternehmenserfolg einbringen können.

